Wohnkultur geht auch res­sour­cen­scho­nend

Erneuerbare-Energie-WohnkulturDass Wohnkultur umweltbewusst und energiesparend zugleich sein kann, beweist das neue Plus-Energiehaus, welches vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) als zukunftsweisender Trend vorgestellt wurde.

Als bahnbrechender Erfolg für die dezentrale Energieversorgung erweist sich die Tatsache, dass dieses Haus mehr erneuerbare Energie generiert als in ihm verbraucht wird.

Die Individualität steht im Vordergrund

Beim neuen Plusenergiehaus wurde auf die Erfahrungswerte von Passiv- und Effizienzhäusern zurückgegriffen. Bekanntes und Bewährtes findet sich in neuen Energiehäusern wieder, nur bei der Optik zeigen die Neuen wesentlich mehr Individualität. Aufgrund der unzähligen Stilvarianten sind diese Gebäude nur noch schwer von herkömmlichen Häusern zu unterscheiden. Wer umweltfreundlich wohnen will, kann dies zukünftig ohne Verzicht auf bauliche Einzigartigkeit umsetzen.

Das technische Kernkonzept ist in jedem Effizienzhaus gleich, Warmwasser wird durch Solarkollektoren und Wärmepumpen geliefert, für Strom sorgt die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Das Erdreich nimmt überschüssige Wärme auf und gibt diese bei Bedarf an die Wohnfläche ab. Dank des integrierten Lüftungssystems können alle Räumlichkeiten gleichmäßig temperiert und mit Sauerstoff versorgt werden. Die klassische Heizung ist bei den neuen Plusenergiehäusern nicht mehr erforderlich.

Spezielle Anforderungen an die Grundstücke

Der einzige Wermutstropfen beim Effizienzhaus ist die hohe Anforderung an das Grundstück. Viele Bauplätze erweisen sich als ungeeignet, weil die Bauvorschriften nicht den nötigen Bewegungsfreiraum lassen. Dabei sollte das Dach eines Energiehauses immer nach Süden ausgerichtet sein, weil die installierte Photovoltaik-Anlage so den optimalen Wirkungsgrad erreicht. Bei anderen Ausrichtungen produziert das PV-System nicht die erwünschte Menge erneuerbare Energie.

Effizienzhäuser stehen idealerweise auf der Mitte der Grundstücke. Dann können die großen Glasfassaden die Energie der Nachmittagssonne bis zu ihrem Untergang als Wärme auffangen und bei Bedarf in der Nacht wieder abgeben.

Wer ein Energiehaus haben möchte, muss etwa fünf bis zehn Prozent Mehrkosten gegenüber einem klassischen Haus einplanen. Weil sich die erneuerbaren Energien hier kostenlos produzieren lassen und darüber hinaus auch keine Heizkosten anfallen, rechnet sich ein neues Plusenergiehaus sehr schnell. Des Weiteren bietet ein solches Haus weitgehende Unabhängigkeit von der ungewissen Entwicklung der Energiepreise.

Bild von AlexM16 via flickr

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